Museum Calvet
GESCHICHTE DES MUSEUMS
![]() Eugène DEVÉRIA Portrait de Calvet Das Museum Calvet wurde auf Wunsch von Esprit Calvet (1728-1810) am 9. April 1811 durch ein kaiserliches Dekret gegründet. Es befand sich zunächst in der Abtei Saint-Martial und wurde 1835 in ein wunderschönes Stadtpalais verlegt, das Mitte des 18. Jh. für die Familie Villeneuve-Martignan gebaut und 1833 von der Stadt Avignon erworben worden war. Das Museum wurde nach dem Arzt Esprit Calvet aus Avignon benannt, der bei seinem Tod im Jahr 1810 sein ‚Cabinet‘ – seine Sammlungen - der Stadt vermachte. Calvet hatte gelehrte Schriften, antike Objekte aus Ägypten, Griechenland und Rom, Münzen und Gemälde zusammengetragen und besaß sogar eine der ersten in Frankreich bekannten afrikanischen Elfenbeinskulpturen. Von seiner Entstehung bis zum Jahr 1983 war das Museum gleichzeitig Kunstsammlung und Bibliothek. Museum Calvet seinen Bestand durch zahlreiche Schenkungen, Dauerleihgaben und Zukäufe. Die Maler Carle und Horace Vernet waren mit ihrem Freund Esprit Requien Mitbegründer der Gemäldegalerie. Horace Vernet ist im Jahr 1846 insbesondere die Schenkung eines der Meisterwerke von David, der „Tod des jungen Bara“, zu verdanken. 1853 trat der Louvre einige bedeutende Werke als Dauerleihgabe ab (Hubert Robert). Maler und Bildhauer wie Corot, Pradier, Chassériau, Clésinger, Manet, Bonnard, Camille Claudel, Dufy, Soutine und weitere Künstler bilden heute eine Sammlung ersten Ranges.Jacques-Louis DAVID Das Museum ist ebenfalls für seinen archäologischen Grundstock bekannt, der seit Calvet durch bedeutende Zukäufe erweitert wurde (siehe Lapidarium). Diese Reichhaltigkeit war 1976 aber auch Grund für die Verlegung von mittelalterlichen Skulpturen und Gemälden in das Museum Le Petit Palais, wo die Werke den italienischen Kunstbestand der Collection Campana ergänzten, die der französische Staat der Stadt Avignon überlassen hatte. Nach der geplanten Umgestaltung des Museums Calvet soll eine sehr umfassende ethnografische Sammlung gezeigt werden, ebenso die Kunstschmiedearbeiten, die Noël Biret Ende des letzten Jahrhunderts gesammelt und 1916 gestiftet hat und die in Frankreich von ihrer Bedeutung her - nach dem Museum Le Secq des Tournelles in Rouen - an zweiter Stelle steht. Nach ihrer endgültigen Einrichtung im Erdgeschoss des Museums soll diese Sammlung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
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